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Oberstufe
Studienfahrt nach Utrecht
Insgesamt war der Ausflug eine gelungene Mischung aus Lernen und Spaß. Wir konnten viel über Utrecht erfahren, gemeinsam lachen und den Tag genießen. Es war ein Erlebnis, das uns sicher in Erinnerung bleibt.
Schüler:innen unserer „OSW - Gemeinsame Oberstufe Wilhelmsburg“ berichten über ihre Erlebnisse
Teil 1: Leduart, Joel, Malik – Grachtenfahrt in Utrecht
Wir, die 13a, unternahmen am 13.10.25 einen Ausflug nach Utrecht, bei dem wir eine Grachtenfahrt auf der Oudegracht, die früher ein Rheinarm war, machten. Schon der Weg dorthin war ein kleines Abenteuer, da sich die Hälfte unserer Klasse auf dem Weg zum Anleger verlaufen hat. Zum Glück fanden wir uns rechtzeitig wieder.
Die Oudegracht entstand bereits im 12. Jahrhundert und war früher das wirtschaftliche Zentrum Utrechts. Entlang der Gracht stehen viele alte Kaufmanns- und Lagerhäuser mit den typischen Werftkellern, die direkt ans Wasser gebaut wurden. Heute sind viele dieser Keller in gemütliche Cafés, Restaurants und kleine Läden umgewandelt worden. Besonders auffällig sind einige bekannte Gebäude wie das Huis Oudaen, ein Stadtschloss aus dem 13. Jahrhundert, und das Winkel van Sinkel, das erste große Kaufhaus der Niederlande, das man gut an den vier Frauenskulpturen an der Fassade erkennt. Außerdem konnte man den hohen Domturm sehen, der als Wahrzeichen Utrechts gilt und fast von überall entlang der Gracht sichtbar ist. Religiöse Gebäude wie alte Kirchen tragen stark zum Ambiente in Utrecht bei, was uns zeigte, was für eine große Bedeutung Religion in Utrecht hatte.
Neben den spannenden Informationen hatten wir auch viel Spaß. Einige Mitschüler sorgten mit Musik für gute Stimmung, und wir genossen die ruhige Fahrt durch das viele Grün und die malerische Umgebung rund um die Altstadt. Die Einwohner haben uns mit einem großen Lächeln zugewunken, sodass wir uns sehr wohl gefühlt haben. Wir haben auch einen Bader gesichtet, der uns staunen lassen hat. Was uns verblüfft hat war der übermäßige Konsum von Substanzen, die anders als in Deutschland, in der Öffentlichkeit, am Wasser, konsumiert wurden.
Insgesamt war der Ausflug eine gelungene Mischung aus Lernen und Spaß. Wir konnten viel über Utrecht erfahren, gemeinsam lachen und den Tag genießen. Es war ein Erlebnis, das uns sicher in Erinnerung bleibt.
Teil 2: Brian, Cihan, Malika – Stadtrundgang Rotterdam
Wir waren am 14.10.2025 in Rotterdam und haben uns die Stadt angesehen, eine Schiffsfahrt gemacht und die Architektur bewundert. Als erstes sind wir von dem Hauptbahnhof, den die Einwohner auch "Pommestüte" nennen, weil der so aussieht wie eine Pommestüte die liegt, zu dem Platz gegangen, am dem die Pilgrim Brüder, mit einem Schiff nach Amerika gestartet sind. Sie gelangten zu dem heutigen New York, das New Amsterdam hieß. Hier wurde uns von unserer Lehrerin erklärt, dass die alten Häuser so schmal waren, weil man Steuern nach der Breite bezahlen musste. Nach hinten sind die Häuser lang. Außerdem sind die Häuser ein wenig schräg nach vorne geneigt, um besser vor dem Regen geschützt zu sein und damit die Seilzüge bzw. die Last die Wand nicht beschädigt.
Nach einer Pause sind wir zu einer nahestehenden Windmühle gegangen und haben erfahren, dass diese Windmühle als Wahrzeichen dient für die Windmühlen, die in dem 2. Weltkrieg zerstört wurden sind.
Anschließend sind wir zu dem Fernsehturm gegangen und haben mehr über die Stadt erfahren, z. B., dass Rotterdam den größten Hafen von Europa und den elftgrößten der Welt hat (nach Containerumschlag), aber nur ungefähr 670.000 Einwohner. Das hat uns überrascht, weil wir die Stadt ähnlich groß wie Hamburg geschätzt hatten.
Von dem Fernsehturm mussten wir uns beeilen, um pünktlich zu unserer Hafenrundfahrt zu kommen. Danach sind wir zu der berühmten "Markthalle" gegangen, wo Menschen entlang der Wände wohnen. In der Halle selbst finden sich zahlreiche Essensstände.
Allgemein fanden wir Rotterdam sehr interessant und die Architektur bewundernswert, weil nach dem 2. Weltkrieg, indem das Meiste zerstört wurde, haben sehr viele verschiedene Architekten Gebäude entworfen, deshalb ist Rotterdam auch so modern.
Teil 3: Leila, Efe, Eren – Hafenrundfahrt Rotterdam
Unsere Reise führte uns nach Rotterdam, der zweitgrößten Stadt der Niederlande und eine der bedeutendsten Hafenstädte Europas. Während der Hafenrundfahrt bekamen wir Informationen von Band über die Lautsprecher, wobei die Erasmusbrücke einer unserer ersten Stopps waren. Besonders beeindruckend ist die Form der Erasmusbrücke. Sie verbindet den nördlichen und südlichen Teil der Stadt. Außerdem ist der Ausblick auf die Skyline, mit ihren hohen, weißen Gebäuden im Rundbogenstil bewundernswert. Rund um den Hafen herrscht eine maritime Atmosphäre. Der Hafen selbst ist einer der größten der Welt und spielt bis heute eine zentrale Rolle für den internationalen Handel. Hier werden täglich Waren aus allen Teilen der Erde umgeschlagen. Zudem werden im Herbst viele Früchte und andere Produkte von der Südhalbkugel, zum Beispiel aus Südafrika importiert. In riesigen Kühlhäusern werden Obst und Gemüse gelagert, bevor sie weiter in ganz Europa verteilt werden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Rotterdam fast vollständig zerstört. Doch anstatt die alte Stadt wieder aufzubauen, entschieden sich die Rotterdamer für einen Neuanfang. Heute ist die Stadt bekannt für ihre moderne, oft mutige Architektur. Ein Beispiel dafür ist der berühmte Euromast, ein hoher Aussichtsturm, der ursprünglich für die Floriade, die erste Weltgarten-Ausstellung, errichtet wurde. Zehn Jahre später wurde der Turm um eine zusätzliche Spitze ergänzt, sodass man heute in 185 Metern Höhe einen Überblick über Stadt und Hafen hat.
Weniger bekannt ist, dass Rotterdam früher auch als Stadt der Schnapsbrenner galt. Viele Destillerien stellten hier ihren eigenen Gin, Wodka oder Jenever. Einige dieser Brennereien existieren noch heute.
Teil 4: Nourhen, Lisa, (Muzzammel) – Amsterdam
Mich hat der Besuch vom Anne-Frank-Haus in Amsterdam sehr berührt. Ich habe viel darüber nachgedacht, was ich dort über das Leben von Anne, Margot und Otto Frank gesehen, gehört und gelesen habe. Ich habe mich schlecht gefühlt und musste fast weinen, weil ich nicht verstehen konnte, wie Menschen sowas tun konnten. Ich fing an, über die politische Situation in Deutschland (und generell die ganze Welt) nachzudenken und realisierte, dass es gerade nicht ganz anders aussieht als früher, kurz bevor die NSDAP an die Macht kam. Es machte mir Angst, weshalb ich einfach meine Kopfhörer nahm und mir den Song „The Journey“ von Mpulz anhörte und versuchte mich abzulenken.
Nach dem Anne-Frank-Haus gingen wir zum Begijnenhof. Der Weg war 2,2 km lang. Vorher waren wir schon viel gelaufen, eine Füße haben wehgetan. Den Rest meines Körpers? Habe ich nicht mehr gespürt. Als wir dort ankamen wurde uns gesagt, dass wir leise sein sollten und nur Fotos mit dem Handy machen durften.
Um ehrlich zu sein konnte ich den Hof nicht so sehr genießen und wirklich wertschätzen, weil ich so dolle Schmerzen hatte, aber der Ort war schön und beruhigend. Es war die Ruhe mitten im Chaos.
Wir kauften danach Macarons (Erdbeere und Vanille) und machten uns so schnell es ging auf den Weg zum Amsterdam Central, damit wir uns hinsetzten und ausruhen konnten. Wir waren gegen 13:50 dort und warteten dann bis der Rest unsere Klasse kam.
Der ganze Tag war sehr erschöpfend, aber auch spannend. Ich bin mir sicher, ich hätte alles besser aufnehmen können, wenn ich keine Schmerzen gehabt hätte. Der Begijnenhof war eine gute Ablenkung vom Anne-Frank-Haus, weil es mich von den nicht gesunden Gedanken in meinem Kopf getrennte hatte. Es zeigte mir, dass es noch gute Menschen damals gab und dass ich mir zu mindestens vorerst keine Sorgen machen muss, weil die Geschichte sich hoffentlich nicht nochmal wiederholt.
Der Beginenhof
Am 15.10.2025 haben wir den Begijnenhof in Amsterdam besucht, einer der ruhigsten und ältesten Orte in der Innenstadt.
Der Begijnenhof ist die Wohnanlage der Begijnen, also von einer Gruppe frommer Frauen. Begijnen waren im Mittelalter Frauen, die ein religiöses Leben führen und sich in Arbeiten wie der Pflege von Kranken und Armen engagieren. Diese Frauen lebten zusammen und führten ein Leben voller guter Taten, allerdings ohne einem Kloster anzugehören. Der Begijnenhof wurde im 14. Jahrhundert gegründet und befindet sich hinter hohen Häusern nahe des Spui-Platzes.
Nach dem Betreten des Hofs befindet man sich im stillen Innenhof, wo alte gepflegte Häuser stehen. Viele dieser Gebäude stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, wobei einige der Häuser durch zwei Brände in Amsterdam zerstört und wieder aufgebaut wurden. In der Mitte des Hofs befindet sich eine gepflegte Rasenfläche mit einem kleinen Garten und einer Statue einer Begijnin. Außerdem muss man im Hof leise sein und Essen ist nicht erlaubt.
Im Beginenhof befindet sich die verborgene Kirche, die Schuilkerken. In der Zeit von 1578 bis 1795 durften die Katholiken in Amsterdam ihren Glauben nicht frei ausleben, wodurch versteckte Kirchen gebaut wurden. Die Schuilkerken ist eine Kirche im Begijnenhof, die von außen nicht direkt erkennbar ist. Als wir im Innenhof waren, waren wir überrascht, weil wir nicht erwartet hätten, dass im Innenhof eine Kirche sein kann. Von außen konnte man sie nicht direkt erkennen. Als wir jedoch hinein gegangen sind war sie groß.
Besonders fand ich, dass der Beginenhof heute ein normales Wohnviertel ist, während er gleichzeitig eine besondere Geschichte trägt. Ich hätte erwartet, dass man es nur besichtigen kann und nicht, dass Menschen heute dort wohnen. Auch die versteckte Kirche im Innenhof war besonders eindrucksvoll.
Teil 5: Endam, Princilla, Beyonce – Das Anne-Frank-Haus
Am Mittwoch, den 16. Oktober 2025, besuchten wir mit unserer Klasse Amsterdam, um eine Tour durch das Anne-Frank-Haus zu machen. Doch bevor wir dort ankamen, besuchten wir den Hollandsche Schouwburg. Diese war vor der Nazibesetzung ein Theater. Nur drei von uns durften hineingehen, da die Räumlichkeiten sehr voll waren. Der Rest machte in der Zwischenzeit einen Spaziergang durch Amsterdam.
Als wir das Gebäude betraten, wurden wir herzlich begrüßt. Wir durften uns setzen, und es wurde ein Film gezeigt, der die Geschichte des Hollandsche Schouwburg erzählte. 1940 besetzten die Deutschen die Niederlande. Mit ihnen kam auch der Antisemitismus. Jüdinnen und Juden wurden stark eingeschränkt: Sie verloren ihre Arbeit, wurden verfolgt und durften vieles nicht mehr tun. Auch im Theater war das so. Die meisten Künstlerinnen und Künstler dort, egal ob Schauspieler oder Musiker, waren jüdisch und mussten den gelben Stern tragen, um als Juden erkennbar zu sein. Als die Deutschen begannen, die jüdische Bevölkerung zu deportieren, suchte man nach einem Ort, an dem man sie sammeln konnte – und entschied sich für das Theater. Es lag in einem jüdischen Viertel, nah an einer Straßenbahnstation. Von nun an wurden Juden, oft durch sogenannte „Judenjäger“ gegen Kopfgeld, aufgespürt und zur Polizei gebracht. Diese brachte sie dann in das neue Deportationszentrum. Die Bedingungen dort waren katastrophal. Es waren zu viele Menschen auf engem Raum, es gab kaum Toiletten, und viele mussten sich im Gebäude selbst erleichtern. Es fehlte an Nahrung, Sauberkeit und medizinischer Versorgung. Manche schrieben Abschiedsbriefe an ihre Familien oder baten um Kleidung und Essen. Andere nahmen sich noch im Theater das Leben.
Walter Süskind, der dort arbeitete, versuchte gemeinsam mit anderen, Menschen zu retten. Sie stempelten gesunde Juden als krank ab oder verzichteten absichtlich darauf, alle zu registrieren, damit einige fliehen konnten. Eineinhalb Jahre lang wurde das Theater als Deportationszentrum genutzt, bis Deutschland die Niederlande schließlich als „judenfrei“ einstufte. Das Gebäude wurde später abgerissen. An seiner Stelle steht heute eine Gedenkstätte, die an die unvorstellbaren Ereignisse des Zweiten Weltkriegs erinnert. Sie soll uns mahnen, dass so etwas nie wieder passieren darf. Im Innenhof steht ein großes Mahnmal.
Nach dem Besuch des Hollandsche Schouwburg machten wir uns auf den Weg zum Anne-Frank-Haus. Das Haus wurde renoviert und in ein Museum umgebaut. Dort konnten wir viele alte und historische Gegenstände sehen, zum Beispiel eine Küche, einen Kamin, Ordner und natürlich das berühmte Tagebuch von Anne Frank. Wir bekamen Audiogeräte, mit denen wir in jedem Raum Nummern einscannen konnten. Danach hörten wir kurze Erklärungen und Videos, die uns halfen, die Geschichte besser zu verstehen. Wir erfuhren, dass Otto Frank, der Vater von Anne, der Einzige war, der den Krieg überlebt hat. Im Hinterhaus lebten insgesamt acht Menschen: Edith, Otto, Margot und Anne Frank, Hermann, Auguste und Peter van Pels sowie Fritz Pfeffer. Sie wurden von Helfern wie Victor Kugler unterstützt. Damit sie nicht entdeckt wurden, mussten sie sich an viele strenge Regeln halten. Tagsüber mussten sie leise sein, durften kein Wasser laufen lassen, nicht die Toilette benutzen und keine Schuhe mit Absätzen tragen. Auch die Fenster mussten fast immer geschlossen bleiben. Das Leben im Hinterhaus war sehr schwer. Mal waren sie fröhlich, mal hatten sie große Angst. Trotzdem blieb Anne Frank ein hoffnungsvolles Mädchen. Sie träumte davon, später Schriftstellerin oder Journalistin zu werden. Schreiben war für sie sehr wichtig, weil sie darin ihre Gefühle ausdrücken konnte. Wir sahen auch Annes Zimmer, das sie sich mit Fritz Pfeffer teilte. Es war klein und eng. Die anderen Räume waren etwas größer und wurden damals gemütlich eingerichtet, doch die Treppen waren steil und die Böden quietschten. Auch die Küche, das Waschbecken und die Toilette der Familie van Pels sind bis heute erhalten geblieben. Nach dem Rundgang waren wir alle sehr nachdenklich. Das Anne-Frank-Haus hat uns gezeigt, wie schlimm diese Zeit war, aber auch, wie viel Mut, Hoffnung und Menschlichkeit Anne trotz allem bewahrt hat. Zum Abschluss erfuhren wir noch mehr über Anne Franks Lebensgeschichte:
Sie wurde 1929 in Frankfurt am Main geboren. Im Alter von vier Jahren zog ihre Familie in die Niederlande, da die Situation in Deutschland immer schwieriger wurde. Als der Zweite Weltkrieg begann und die Deutschen die Niederlande besetzten, musste ihr Vater Otto Frank seine Firma aufgeben. Die Juden wurden immer stärker ausgegrenzt, bis die Familie schließlich untertauchte. Zwei Jahre lang lebten sie versteckt im Hinterhaus, bis sie am 4. August 1944 entdeckt und verhaftet wurden. Die Familie wurde nach Auschwitz deportiert und dort getrennt. Ende 1944 kamen Anne und ihre Schwester Margot ins Konzentrationslager Bergen-Belsen, wo beide kurz vor Kriegsende starben. Nur ihr Vater überlebte – er veröffentlichte später Annes Tagebuch, das heute auf der ganzen Welt bekannt ist.
Der Besuch im Anne-Frank-Haus war für uns eine sehr bewegende Erfahrung. Es hat uns nicht nur die Geschichte von Anne Frank nähergebracht, sondern auch gezeigt, wie wichtig Erinnerung, Menschlichkeit und Toleranz sind.