News und Projekte

Grundschule

An Widerstandskämpfer erinnern und Demokratie wahren

| VorschuleGrundschuleAbteilung 5-7Abteilung 8-10Oberstufe

Am 8. Mai jährte sich der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus zum 81. Mal. Dieses Datum steht zudem für demokratischen Aufbruch und gesellschaftliche Verantwortung. Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule Wilhelmsburg gedachten an diesem Tag der Opfer des Nationalsozialismus, griffen das Thema Demokratie aktiv auf und stellten ihre eigenen Zukunftsvisionen vor.

Am 8. Mai jährte sich der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus zum 81. Mal. Dieses Datum steht zudem für demokratischen Aufbruch und gesellschaftliche Verantwortung. Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule Wilhelmsburg gedachten an diesem Tag der Opfer des Nationalsozialismus, griffen das Thema Demokratie aktiv auf und stellten ihre eigenen Zukunftsvisionen vor.

Der Veranstaltungstag begann morgens vor dem Schuleingang der Stadtteilschule Wilhelmsburg an der Rothenhäuser Straße. Vor 100 Jahren besuchte Hans Leipelt diese Schule – damals ein Gymnasium. Später schloss Leipelt sich der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ an und wurde 1945 von den Nazis ermordet. In einer würdevollen Gedenkfeier sprachen Schulleiterin Katja Schlünzen und Schulsprecherin Jane Weiß (18 Jahre) zu Klassensprecher:innen der Sekundarstufe und den beiwohnenden Eltern und erinnerten an den Mut des ehemaligen Schülers Hans Leipelt. Anschließend legten die Jugendlichen Blumen an den vor der Schule liegenden „Stolpersteinen“ ab.

Schulleiterin Katja Schlünzen betonte in ihrer Rede, dass in der Stadtteilschule Wilhelmsburg nur wenige Schüler:innen direkte Verwandte hätten, die den 2. Weltkrieg in Deutschland miterlebt hätten. Deshalb sei es wichtig, dass die nachwachsende Generation die Geschichte Deutschlands kenne und dass das Gedenken an die Zeit des Nationalsozialismus Teil ihrer Geschichte würde. So würden sie sich als Bürger:innen der Bundesrepublik Deutschland erleben und ihre Demokratie anerkennen und wahren. Gleichzeitig stelle die Stadtteilschule Wilhelmsburg sich der Herausforderung, Gedenken mit einer neuen Generation nicht nur neu zu denken, sondern auch mit ihr, mit dem Schülerrat und den Schulsprecher:innen neu zu gestalten.

Am Standort Perlstieg fand am Vormittag der zweite Teil des Veranstaltungstages statt. Die Stadtteilschule Wilhelmsburg hatte zu einem „ZukunftsBrunch“ geladen: Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 gingen mit über 60 Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Stadtgesellschaft zusammen der Frage nach „Wie gestalten wir gemeinsam eine gute Zukunft?“ In moderierten Gesprächsrunden an Thementischen entstanden Begegnungen auf Augenhöhe und ein lebendiger Austausch über zentrale Zukunftsfragen des Stadtteils.

Tief beeindruckt zeigten sich die Erwachsenen von den Schülerarbeiten zum Thema Demokratie heute und Leben während des Nazisregimes. Demokratie in die Gesellschaft „tragen“ – mit selbstgestalteten Kleidungsstücken, auf denen eine Botschaft gedruckt oder gestickt wurde, zeigten die 10. Klässler auf einer Performance, wie wichtig ihnen Demokratie ist.

Für den Brunch hatte das Cateringteam die Gerichte bewusst gewählt. Es handelte sich um Speisen, die in Hamburg in der Nachkriegszeit üblich waren. Fehlende Zutaten wurden damals durch Alternativen ersetzt und Neues „aus der Not heraus“ entwickelt.

Kulturbeauftragter der Stadtteilschule Wilhelhelmsburg Wolf Gölz zeigte sich am Ende der Veranstaltung sichtlich erleichtert: „Meine Klasse 10d hat heute toll gearbeitet, es waren sehr viele Gäste unserer Einladung gefolgt und das Wetter hat perfekt gehalten. Ich bin dankbar für die großartige Unterstützung von Kolleg:innen, Stiftern und außerschulischen Partnern. Gemeinsam haben wir einen stimmigen sowie würdigen Erinnerungs- und Zukunftstag entwickelt und heute veranstaltet.“

Schulleiterin Katja Schlünzen war es wichtig, dass „Jung“ und „Alt“ gemeinsam der Frage nachgingen, was "Zukunft damals" bedeutet und was Zukunft heute sein mag. „Unsere Schüler:innen werden an unserer Schule zu Gestaltern ihrer eigenen Zukunft, in dem sie selbst Elemente gestalteten und alles in die Hand nehmen.“

Zurück