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News und Projekte

Abteilung 8 - 10

Kommen wir mit dem blauen Auge davon?

| Abteilung 8-10

"Blaues Auge": Die 10e der Stadtteilschule Wilhelmsburg nimmt für eine bessere Welt nicht nur die 17 Nachhaltigkeitsziele ins Visier.

"Blaues Auge": Die 10e der Stadtteilschule Wilhelmsburg nimmt für eine bessere Welt nicht nur die 17 Nachhaltigkeitsziele ins Visier.

Wir sind die Klasse 10e der Stadtteilschule Wilhelmsburg in Hamburg. Vor ungefähr drei Jahren haben wir das Profil WELTVERBESSERER gewählt...

Das Foto „Blaues Auge“ entstand nach dem ersten Lockdown während der Corona-Pandemie. In der Corona-Krise konnten wir beobachten, dass einige Ziele wie z.B. Ziel 13 ein wenig Erfolg feiern konnten, da die Menschen nicht mehr geflogen sind und sich das positiv auf die CO2 Bilanz auswirkte.

Vernissage ‚KIDS417’ in der Galerie twnty4svn

Weniger Fleisch essen, auf Plastik achten, mit dem Fahrrad fahren....

Diese Dinge weiß jedes Kind und doch hält sich niemand daran oder nimmt es ernst.

Das wollen wir ändern - am 10. Juni 2021 empfing die Profilklasse zusammen mit ihrer Kunstlehrerin Frau Wiemer und ihrer Klassenlehrerin Kathrin Beilstein Freunde, Mitschüler und Interessierte vor der Galerie twnty4svn zur Vernissage ‚KIDS417’.

In einer szenischen Lesung machten die „KIDS“ aufmerksam auf die Ziele 1, 2 und 4. Das Ganze gab es auch auf Kurzfilmen auf I-Pads zu sehen.
Zwei weitere Schülergruppen haben sich ebenfalls dem Medium Film zugewendet und die Thematik Erdöl sowie den Themenbereich Microplastik unter die Lupe genommen.
Ein Schüler hat sich dem Ziel 5 gestellt und Interviews mit unterschiedlichen Menschen geführt. Diese sind als Kurzfilm und als Podcasts zu sehen und zu hören.
Weitere Gruppen haben sich mit den Themen Lebensmittelverschwendung und der Lieferkette eines T-Shirts beschäftigt, was sie künstlerisch in der Galerie präsentieren.
Und eine Gruppe hat sich dem wohl wichtigsten Ziel gewidmet: Ziel 4 - Gleichwertige Bildung für alle.

Ausstellung "KIDZ417" in der Galerie TWNTY4SVN in der Carsten-Rehder-Str. 37

Die Werke sind selbstverständlich weiterhin zu bestaunen und es lohnt sich:

Wir zeigen euch, was wir in den letzten drei Jahren zu den 17 Zielen der Agenda 2030 gelernt und erarbeitet haben; wie wir mit der Unterstützung von großartigen Künstlern einzelne Ziele aufbereitet haben, um euch zu informieren und vor allem wachzurütteln, dass es so nicht weitergehen kann und keiner die Augen vor den unschönen Dingen verschließen darf, die auf unserer Welt passieren.

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs)

Uns ist dabei aufgefallen, dass wir Menschen wohl immer erst etwas Schlimmes erleiden müssen, bis wir merken, was wir der Erde und damit uns, wirklich antun.
Die Verletzungen und die blauen Augen lassen zunächst eine freie Interpretation des Betrachters zu. Unser ursprünglicher Name ‚Weltverbesserer’ könnte auf eine Interpretationsmöglichkeit verweisen. Wenn die Erde nicht krank wäre, würden wir sie dann verbessern wollen?

Wir wollten mit dem Foto ausdrücken, dass WIR Kinder im Fokus der Zeit stehen, denn es ist unsere Generation, die mit den Folgen, z.B. des Nichteinhaltes zum Klimaabkommen, zu leben hat, und natürlich die Welt an sich, wie wir Menschen mit ihr und wie wir miteinander umgehen.

Durch unsere Verhaltensweisen lassen wir den Blick auf die Zukunft immer schlechter aussehen und haben uns schon genug Verletzungen zugefügt.

Immer wieder sind wir mit einem blauen Auge davongekommen.
Aber wie lange geht das noch gut?

Wer wir sind?

Wir sind die Klasse 10e der Stadtteilschule Wilhelmsburg in Hamburg. Vor ungefähr drei Jahren haben wir das Profil WELTVERBESSERER gewählt. Unsere Lehrerin verriet nicht viel. Wir wussten, dass wir uns mit Nachhaltigkeit, insbesondere mit den 17 Zielen der Agenda 2030 beschäftigen wollen. Aber wie genau, war offen. Anfangs stand besonders der Klimawandel, die Problematik rund um den Plastikmüll und die weltweiten Kriege im Fokus unseres Unterrichts.

Im September 2018 besuchten wir im Zuge der Klimawoche in Hamburg einen Workshop, bei dem wir uns ausschließlich mit den 17 Zielen auseinandersetzten. Schnell wurde uns klar, dass wir die Ziele nicht getrennt voneinander betrachten können, sondern dass sich alles gegenseitig bedingt.

Ab diesem Zeitpunkt widmeten wir uns unterschiedlichen Zielen, die wir genauer besprachen und uns vor allem Handlungsmöglichkeiten überlegten, um zu zeigen, dass jeder ein kleines bisschen tun kann, um diese Ziele zu erreichen. Dazu machten wir zahlreiche Ausflüge, nahmen an Workshops teil, schauten uns interessante Dokumentationen an und durften sogar an einer App CHOIZ mitwirken, die sich ausschließlich mit den 17 Zielen beschäftigt - genaueres dazu findest du auf unserer Homepage, die derzeit noch in Arbeit ist.

Zusammengefasst geht es uns nicht nur darum, Menschen über unsere Arbeit im Profil zu informieren, sondern auch zu inspirieren, die Welt, auf der wir leben ein wenig besser zu behandeln. Es gilt, daran zu denken und auf keinen Fall zu übersehen, dass jeder etwas tun kann, damit wir die Ziele bis 2030 erreichen können. Und es keine Utopie bleibt.

Unseren Namen haben wir im Laufe der letzten Jahre angepasst, denn wir wollen nicht die Welt verbessern, sie ist so wunderschön. Wir sind die, die sich zu verbessern haben.
Auch wenn wir einzeln nicht viel ausrichten können, können wir gemeinsam umso mehr erreichen.

Im Juni 2021 planen wir eine kleine Kunstausstellung, auf der wir präsentieren, was wir die letzten Jahre erarbeitet haben. Genauere Infos darüber und über den Stand der Dinge findest du auf unserer Homepage, die derzeit noch aufgebaut wird.

Weitere Projekte:

Workshop auf dem schwimmenden Klassenzimmer zur Hamburger Klimawoche

Im Zuge des Hamburger Klimawoche 2018 besuchten wir das schwimmende Klassenzimmer (Alsterdampfer der ATG). Das war irgendwie der Anfang unseres Projektes. Dort wurden uns die 17 Ziele auf einzelnen Holzklötzchen gegeben. Unsere Aufgabe bestand darin, die Ziele nach ihrer Wertigkeit in eine Art Rangliste einzuordnen. Das fiel uns schwer, denn es kristallisierte sich schnell heraus, dass alle Ziele miteinander verknüpft sind und sich untereinander bedingen. Wie bei Ziel 4 und Ziel 5: hätten alle Menschen gleichberechtigt Zugang zu Bildung – ohne zwischen Mädchen und Jungen oder arm oder reich zu unterscheiden – so gäbe es vielleicht weniger Hunger und es könnte mehr für den Klimaschutz getan werden, da die Menschen einfach durch die Schule lernen könnten, was gut oder was eben schlecht ist für unseren Planeten und für sich selbst.
Somit beschlossen wir alle Ziele als gleichwertig zu betrachten und uns einem nach dem anderen zuzuwenden. Vor allem den Zielen, die direkt mit uns zu tun haben, wie Ziel 4, Ziel 7 oder Ziel 8 und Ziel 16.

Was konntest du im Workshop auf der Barkasse während der Klimawoche lernen?
„Ich habe die 17 SDGs kennen gelernt und wurde umfangreich aufgeklärt.“ (Fahissal, 10e)

Es heißt, dass die Ziele bis 2030 umgesetzt werden sollen, aber was ist, wenn sich die UN-Staaten nicht daran halten. Müssen sie dann eine Strafe zahlen? Leider bekamen wir auf diese Fragen keine Antwort.
Wir haben verstanden, dass die Länder die Ziele schon umsetzen sollen, aber nicht müssen. Und wenn die Regierungen nicht genug dafür tun, dann werden wir etwas tun. Und das haben wir...

Upcycling von getragenen T-Shirts

Im Zuge der Schulkinowochen in Hamburg besuchten wir den Film ‚True Cost’. Diese Dokumentation zeigt die Abgründe hinter der schillernden Kulisse der Modeindustrie. Sie beschäftigt sich überwiegend mit FAST FASHION. Wir waren sehr schockiert ob der darin enthaltenen Informationen rund um die Modeindustrie, z.B. die Auswirkungen auf die Umwelt, auf die Gesundheit der Arbeiter und die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen - auch für Kinder. Und dass es vor allem die Firmen betrifft, bei denen wir regelmäßig einkaufen.

Natürlich haben wir uns schon gefragt, wie es sein kann, dass ein T-Shirt für 5 Euro in Hamburg verkauft werden kann, welches irgendwo in Asien produziert wurde. Aber wir haben uns nie weiter damit beschäftigt. Bis jetzt. Wir haben überlegt, welche Ziele damit in Zusammenhang stehen: Ziele 3, 6 und 8. Diese haben wir dann inhaltlich aufgearbeitet. Und letztlich sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es grausam ist, was wir mit unserer Shoppingsucht auslösen. Und wir haben in Interviews festgestellt, dass viele Menschen nichts über die Textilproduktion wissen. Daher haben wir ein Quiz erarbeitet, worin alles aufgegriffen wird, was die Produktion eines T-Shirts betrifft.

Wie seid ihr auf das Thema T-Shirts gekommen?
Da ich kennengelernt habe wie Kleidung hergestellt wird und unter welchen schlimmen Arbeitsbedingungen das geschieht, ist mir wichtig, dass sich jeder beim Kauf hinterfragt. Unsere Privilegien sollten wir nutzen, um Menschen darüber aufzuklären. (Fahissal, 10e)

Darüber hinaus haben wir für das damals bevorstehende Winterfest ein Upcycling getragener T-Shirts beschlossen. Dazu ließen wir Schablonen der 17 Ziele anfertigen und starteten erste Versuche, für unser Projekt ein Logo zu finden. Alle brachten alte getragene T-Shirts von zuhause mit. Wir besprühten sie mit unserem ‚Logo’ und mit den 17 Zielen. Andere wandelten wir zu praktischen Taschen um und verschönerten sie. Zusammen mit den T-Shirts boten wir den Gästen des Winterfests einen Flyer mit den wichtigsten Informationen über die Herstellung unserer Kleidung an.

Wir haben den Besucherinnen und Besuchern und auch uns selbst eine alternative Möglichkeit aufgezeigt, neues Leben in alte T-Shirts einzuhauchen und gleichzeitig unsere Mitmenschen informiert.

Wenn wir nichts wissen, können wir nicht handeln. Wir haben viele Menschen erreicht und wollen dies weiter tun.

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