News und Projekte
Abteilung 8 - 10
Eine ungewöhnliche Brieffreundschaft
Schülerinnen und Schüler des Kurses Service Learning schreiben Briefe an Seniorenheime
Schülerinnen und Schüler des Kurses Service Learning schreiben Briefe an Seniorenheime
Normalerweise führen die Schülerinnen und Schüler des WP I Kurses „Service Learning“ selbst geplante soziale, kulturelle oder ökologische Projekte durch und versuchen durch ihr Engagement, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.
Die Corona-Pandemie stellte den Kurs nun aber vor eine große Schwierigkeit: Wie soll man Gutes tun, wenn man sich nicht sehen darf? Da hatten die Schülerinnen und Schüler eine Idee: Sie wollten sich mit selbstgestalteten Postkarten und kleinen Briefen an die Bewohnerinnen und Bewohner von Seniorenheimen in Wilhelmsburg wenden, die in dieser Situation besonders schwer betroffen sind, weil viele ihre Verwandten nicht mehr sehen können und die sozialen Kontakte sehr eingeschränkt sind. Diese Idee kam bei den Heimleitungen gut an, und so machten sich die Jugendlichen an die Arbeit. Sie berichteten von sich selbst und erzählten davon, was sie sich wünschen, was sie bewegt, was sie gerne tun. Sie stellten aber auch Fragen nach den Biographien der Menschen, für die die Briefe bestimmt waren. Die fertigen Briefe wurden mit selbst gebastelten Origami-Kaninchen versehen und dann an drei verschiedene Seniorenheime in Wilhelmsburg gebracht, wo sie mit großer Freude angenommen wurden. Allerdings hieß es zumeist, dass nicht unbedingt mit Antworten zu rechnen sei, weil viele der Bewohner sehr alt seien und teilweise gar nicht mehr selbst schreiben könnten.
Einige Wochen lang war tatsächlich nichts zu hören, dabei gab es ein Seniorenheim, das einige Antwortschreiben hatte und diese natürlich den Schülerinnen und Schülern zukommen lassen wollte. Allerdings hatte das Seniorenheim die Kontaktdaten von Frau Bader, der Lehrerin des Wahlpflichtkurse Service Learning, verlegt und konnte sich nicht melden. Da fiel aber einer aufmerksamen Mitarbeiterin auf, dass die Briefe von der Stadtteilschule Wilhelmsburg kamen, an der ihre Tochter die 9. Klasse besucht. Also wandte sie sich an den Klassenlehrer, der den Kontakt herstellen konnte. Als dann
nach den Ferien jedoch die Schulen nicht öffneten, konnten die Briefe wieder nicht übergeben werden. Wieder ist es der Mutter der Neuntklässlerin zu verdanken, dass die Briefe doch noch in den richtigen Händen landen konnten. Sie brachte die Briefe persönlich zur Schule und überreichte sie dort Frau Bader. Was für ein Engagement, vielen Dank!
Auch aus den anderen Seniorenheimen kamen immer mehr Antwortbriefe zurück, die nun in die Hände ihrer Adressaten gelangten. Die Schülerinnen und Schüler waren über die Antwortschreiben sichtlich gerührt und wussten gar nicht so recht, was sie sagen sollten. Mit so einer großen Reaktion hatte niemand gerechnet.
Es ist erstaunlich, was mit wenig Engagement zu erreichen ist. Viele Bewohnerinnen und Bewohner bedankten sich von Herzen und schrieben, wie schön es sich anfühlt, dass die junge Generation an sie denkt. Einige schrieben sogar kleine Gedichte in die Briefe und erzählten von Erinnerungen aus ihrer Kindheit.
Die Schülerinnen und Schüler haben sich nun daran gemacht, die Briefe zu beantworten. Das Projekt soll auf jeden Fall weitergeführt werden. Auf beiden Seiten besteht der Wunsch, dass man sich irgendwann treffen darf und sich die ungewöhnlichen Brieffreunde persönlich kennenlernen können!
Text und Bilder: Frau Bader und der Wahlpflichtkurs Service Learning