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News und Projekte

Abteilung 5 - 7

Die Oper, ganz nah!

| Abteilung 5-7

Am Ende des Tages haben alle Schüler:innen gemeinsam das Bühnenbild für eine gesamte Oper gezeichnet – und das nur in drei Tagen!

Fünftklässler der STSW entwickeln zusammen mit der Historischen Oper Bühnenbilder für „Cleopatra“

10 Uhr, es klingelt, die Pause ist vorbei. Die Schüler:innen der Musikklasse 5d strömen, noch voller Adrenalin vom Herumtollen, in die Aula. Was sie erwartet, weiß keiner von ihnen.

Erst als sie die Musiker:innen mit ihren Instrumenten erblicken, die in der Mitte des Raumes auf sie warten, kehrt Stille ein. Als die Geigen sich zunicken und die ersten Töne spielen, sieht man viele staunende Gesichter. Mit großen Augen tauchen die Kinder der 5. Klasse in eine andere Welt ein.

Am Ende des Tages haben alle Schüler:innen gemeinsam das Bühnenbild für eine gesamte Oper gezeichnet – und das nur in drei Tagen!

Nach der musikalischen Begrüßungseinheit stellen sich die Musiker:innen genauer vor. Das Ensemble besteht aus zwei Geigen, einer Gambe, einer Laute, einem Sänger und einer Sängerin. Ilja Dobruschkin, der Leiter der Historischen Oper am Gänsemarkt, ist eine der beiden Geigen. Er wird die Kinder durch das Projekt führen und erklärt ihnen seine Idee. Angelehnt an ein früheres ähnliches Projekt möchte er mit den Schüler:innen zusammen Bühnenbilder zu der Oper „Cleopatra“ entwickeln. Dazu gibt es erst einmal eine historische Einführung. Schüler:innen dürfen einzelne Szenen vorlesen, die sie Schritt für Schritt durch die Geschichte leiten. Doch die Oper wird nicht nur sprachlich, sondern natürlich auch musikalisch an die Kinder weitergebracht, indem jede Szene auch einmal von dem Ensemble vorgespielt wird. Während der Musik gehen die Schüler:innen nach vorne und halten mit Papier und Stift Emotionen fest, die sie persönlich mit den einzelnen Stücken assoziieren. So können sie die Unterschiede zwischen den Inhalten erkennen und die Geschichte besser verstehen. Für die nächsten Schritte des Projekts diskutieren die Kinder gemeinsam, welches Gefühl zu welcher Farbe passt.

Anschließend heißt es: An die Pinsel, fertig, los! Ilja Dobruschkin hat Schwarz-Weiß-Kopien von Bühnenbildentwürfen für die Hamburger und Braunschweiger Barockoper aus dem 17. und 18. Jahrhundert mitgebracht. Einige davon wurden für eine Cleopatra-Aufführung in Braunschweig um 1690 angefertigt, aber die meisten sind andere Bühnendekorationen, die die Kinder passend zum Inhalt der Szenen auswählen sollen. Die Bilder sollen die Vorlage für das Projekt werden. Jede Gruppe sucht sich zu einer Szene ein passendes Bild aus und paust mithilfe von Bleistiften und Beamern die Entwürfe ab. Schließlich malen sie ihre Skizzen mit Wasserfarben an. Bunte Farbexplosionen entstehen: Wer meint, dass Häuser und Tore nur braun sein können, hat sich getäuscht. In blau, pink und gelb glänzt die Architektur von Alexandria, wo die Oper spielt.

Nach zwei Wochen treffen sich alle wieder und Ilja Dobruschkin zeigt den Schüler:innen einen Zwischenstand: Aus den gemalten Bildern ist bereits ein kleiner animierter Film geworden. Nun darf die Klasse weitere unfertige Bilder auf ihre Ipads laden und sie ausmalen – erneut greifen sie hier wieder zu einer vielfältigen Farbpalette. Es entstehen farbenfrohe Gärten, Städte, Dörfer, Schiffe und Schlösser. Die Kunstwerke werden später in eine digitale Bühnendekoration eingearbeitet, die die Oper als Projektion während der entsprechenden Opernaufführungen, unter anderem in der Elbphilharmonie, bildlich untermalen.

Text und Fotos: Carolina Biermeier (FSJ Kultur 22/23)

„So etwas sehen wir hier ganz selten“, sagt Ben Lobgesang, der Klassenlehrer der 5d. „Das ist ganz neu für unsere Kinder.“

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