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Abteilung 5 - 7
BAAAM !! Lesefreude mit Comics
Comics im Unterricht anstelle einer Novelle von Fontane? Die Befürchtungen aus den 80ern, die Sprache der Heranwachsenden würde durch Comics verkümmern, ist längst widerlegt. Die Stadtteilschule Wilhelmsburg geht unterschiedliche Wege, um Leselust und Lesefertigkeiten zu entwickeln. Comics ja – aber nicht ausschließlich. Es gibt Lesebänder (BISS), Leseförderung und auch klassische Lektüren.
Comic-Workshop findet an Stadtteilschule Wilhelmsburg statt
„SPLORTSCH, das klingt so, als würde ich durch Matsch gehen“, erklärt Comic-Autorin Josephine Mark der Klasse 6c das sogenannte Geräuschwort Anfang April in der Stadtteilschule Wilhelmsburg. Und die Schülerinnen und Schüler teilen ihre Vorstellungen zu PLOPP, FUMP, KLIRR der Autorin mit.
Der dreistündige Comic-Workshop, der den Kindern die Grundlagen des eigenen Comicmachens vermittelt, ist ein wichtiger Baustein des mehrwöchigen Comic-Projekts, das im Deutsch- und Kunstunterricht in der Klasse 6c stattfindet.
Phase 1: Lesephase. Jedes Kind der Klasse erhielt vor den Märzferien den mehrfach ausgezeichneten Comic „Trip mit Tropf“ der Autorin Josephine Mark. Klassenlehrer Jarek Bielat verrät: „Der knapp 200-seitige Comic wurde innerhalb weniger Tage von den Kids verschlungen und machte sofort Lust auf mehr Comics. Die Geschichte des krebskranken Kaninchens und des eigenbrötlerischen Wolfs bietet nicht nur humorvolle Action, sondern schafft auch einen sensiblen Zugang zu Themen wie Krankheitsbewältigung und ungewöhnlichen Freundschaften – perfekt, um Empathie und literarisches Verständnis zu fördern.“
Phase 2: Praxis. Nach dem Comic-Workshop mit der Autorin Mark werden die Kinder ihre eigenen Comics im Deutsch- und Kunstunterricht erstellen.
Abschluss: Nach 6 Wochen wird Josephine Mark die Klasse ein zweites Mal besuchen, um die Comicergebnisse der Schülerinnen und Schüler anzusehen und zu prüfen.
Comics im Unterricht anstelle einer Novelle von Fontane? Die Befürchtungen aus den 80ern, die Sprache der Heranwachsenden würde durch Comics verkümmern, ist längst widerlegt. Die Stadtteilschule Wilhelmsburg geht unterschiedliche Wege, um Leselust und Lesefertigkeiten zu entwickeln. Comics ja – aber nicht ausschließlich. Es gibt Lesebänder (BISS), Leseförderung und auch klassische Lektüren.
Doch zurück zum Workshop: Josephine Mark lotst die Kinder in 90 Minuten durch vier große Themenbereiche des Comics: Gefühle zeichnerisch darstellen, Sprechblasen und Text, Bewegungen darstellen und soundwords. Zu jedem Themenbereich gibt es zeichnerische Übungsaufträge für die Schülerinnen und Schüler. Zum Schluss zeichnet jedes Kind einen Mini-Comic.
Jarle, 11 Jahre, zeichnet Tassen, die unterschiedliche Gefühle zeigen. „Ich finde das Projekt sehr gut. „Trip mit Tropf“ habe ich auch meinem kleinen Bruder vorgelesen. In dem Comic ist action drin, denn die Tiere sind die ganze Zeit in Bewegung. Zu Hause lese ich schwedische Comics und Donald Duck. Ich habe richtig Lust, einen eigenen Comic zu zeichnen.“
Klassenkameradin Emily, 12 Jahre, hat zu Hause schon einen Comic gezeichnet. „Ich finde Comics cool. Es gibt viele Bilder.“
Workshop-Leiterin Josephine Mark fand die Klasse richtig stark. „Sie haben sehr gut aufgepasst, hatten viel Spaß am Zeichnen und waren neugierig. Ich bin auf die Ergebnisse in 6 Wochen gespannt.“
Initiation und Organisation
Seiteneinsteiger e.V. hat das Projekt 2021 gemeinsam mit der Klaus und Lore Rating Stiftung ins Leben gerufen und koordiniert die Durchführung. Der Verein wählt jährlich 20 Hamburger Schulklassen (Jahrgangsstufen 3–6 mit Sozialfaktor 1 & 2) aus und stellt Klassensätze der Comics bereit.