Stadtteilschule Wilhelmsburg
Hier leben wir. Hier lernen wir. Hier starten wir.

Ein bisschen feiner Staub – ein bisschen Citizen Science im SoL-Unterricht

Als sich die damalige 11. Klasse 2018 für eine Teilnahme im deutschen CanSat-Wettbewerb bewarb, um mit einem eigenen Dosensatelliten nach den Sternen zu greifen, hat niemand ahnen können, dass die Stadtteilschule Wilhelmsburg von drei selbstgebauten Feinstaubmessstationen und neuen Kooperationspartnern profitieren würde.

Ein vorgegebenes Ziel des CanSat-Wettbewerbs war es, einen kleinen Satelliten in der Größe einer Cola-Dose zu bauen, der einen Minicomputer, einen Fallschirm und verschiedene Messinstrumente enthält. Nach dem Abwurf aus einer Trägerrakete in 1000m Höhe sollten die Fallgeschwindigkeit, die Außentemperatur und der Luftdruck gemessen werden. Darüber hinaus hat jedes Teilnehmerteam ein eigenes Ziel formuliert: unser Ziel war es Feinstaubpartikel zu zählen, um hieraus Schlüsse zur Konzentration und Verteilung in der Luft zu ziehen. 

Warum uns das wichtig ist?

Ein halbes Jahr drehte sich der SoL-Unterricht ausschließlich um dieses Projekt: Es wurden Projektphasen eingeteilt, Arbeitspakete geschnürt, Spezialistenteams gegründet, ein Logo entwickelt, gebloggt, gebastelt, gelötet, programmiert, dokumentiert, ein Spendenlauf organisiert und an einem sonnigen Tag drei Feinstaubmessstationen gebaut. Unterstützung hatten wir hierbei von Jochen Klein, einem "Engagierten Wilhelmsburger", der uns zeigte, dass mit geringen Kosten und auch mit zwei linken Händen schnell ein wetterfestes Messgerät hergestellt werden kann.

 

 

Weniger einfach war es im Nachgang einen passenden Standort zu finden (Befestigung an einer geschützten Gebäudefassade in mindestens 4m Höhe, maximaler Abstand zur nächsten Steckdose 4m und in Reichweite des WLAN-Netzes der Schule), doch auch dies ist uns gelungen.

Die Messstationen funken vom Standort Rotenhäuser Straße 67 und von unserem schwimmenden Klassenzimmer „Erlebniswelt Spreehafen“. Alle Luftmessdaten können über folgende Karte eingesehen werden: https://deutschland.maps.luftdaten.info/#13/53.5057/9.9975 

Und was das jetzt mit Citizen Science zu tun hat? Ganz einfach: wirklich jeder kann mitmachen!

 

 

Wahlen 2019: Senioren wählen, Junioren auch!

Im Frühjahr häuften sich vermehrt Nachfragen von Schülerinnen und Schülern, die Post vom Bundeswahlleiter zur Europawahl am 26.05.2019 erhalten hatten. Am gleichen Tag wurden in Hamburg auch die Bezirkswahlen durchgeführt, was weitere Verwirrung stiftete: wer muss wann, wie, wo wählen und wenn ich wähle, ja, wen wähle ich überhaupt?

Die logische Konsequenz: wir simulieren an der Stadtteilschule Wilhelmsburg eine Europawahl. 

Die Klasse 11a bekam im SoL den Auftrag einen Europawahltag zu organisieren, der neben einer „echten“ Juniorwahl den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern (= Wähler) die jeweiligen Parteipositionen erläutert, um allen Jungwählern eine freie Wahlmöglichkeit zu geben. Hierzu orientierten sich die Planer am Wahl-O-Mat von der Bundeszentrale für politische Bildung, erarbeiteten verschiedene Thesen und befragten die Parteiprogramme nach Antworten.

Zum Europawahltag wurden dann Themenräume eingerichtet, beispielsweise „Bildung“, „Digitalisierung“ oder „Umwelt“ und dort die vorbereiteten Thesen wie auch die Position der Parteien vorgestellt. Jeder Teilnehmer konnte sich so frei und geheim notieren, welchen Parteipositionen er zustimmt. Ganz häufig war das überhaupt nicht eindeutig und erst nach dem Durchlaufen aller Themenräume kristallisierte sich eine Tendenz zur Partei X, Y oder Z heraus.

In der Mittagspause hatten alle Wählerinnen und Wähler Zeit sich auszutauschen, den Wahl-O-Mat zu befragen und alle Informationen sacken zu lassen, bevor die Wahlkabinen geöffnet wurden.

Und das Ergebnis?

Eine traumhafte Wahlbeteiligung von nahezu 100% und alles Weitere finden Sie hier:

https://www.juniorwahl.de/europawahl-2019.html

 

 

Einfach mal mehr spielend lernen!

Der wohl am meisten gefürchtete Teil im Unterrichtsfach PGW ist das „W“, wie „Wirtschaft“. Die Nähe zur höheren Mathematik und die scheinbar unüberblickbare Vielfalt an komplizierten, fremden Themen und Verflechtungen lässt viele Schülerinnen und Schüler erzittern…

Dass diese Ängste vollkommen unbegründet sein können und „Wirtschaft“ eigentlich gar nicht so weit weg ist, stellten die Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse fest, indem sie Wirtschaftsspiele entwickelten, mit deren Hilfe die Spieler den Wirtschaftskreislauf und verschiedene wirtschaftliche Begriffe erlernen können.

Opportunitätskosten (=Entscheidungsfindungskosten):

Einmal Kino oder zweimal Café2go - wovon profitiere ich mehr?

Neben dem klassischen Monopoly entstanden vielfältige und liebevoll gestaltete Memorys, umgewandelte Mensch-ärgere-Dich-nicht oder Rollenspiele, in denen ein Erwachsenenleben über einen Monat simuliert wird. Hier die Ergebnisse…